Verwaltung wächst zusammen

Uebigau-Wahrenbrück, den 22.01.2020

Die Ämter der Verbandsgemeinde Liebenwerda finden derzeit in ihre neue Struktur

Aus vier mach eins:  Zum Jahresbeginn 2020 sind die Städte Bad Liebenwerda, Falkenberg/Elster, Mühlberg/Elbe und Uebigau-Wahrenbrück zur neuen Verbandsgemeinde Liebenwerda fusioniert. In der neuen kommunalen Einheit, die in Brandenburg Pilotcharakter hat, teilen sich die vier weiterhin selbständigen Städte eine gemeinsame Verwaltung. Die Zusammenführung der vier Verwaltungen zu einer neuen und dann größeren Struktur war vor allem zu Beginn eine Herausforderung – der man sich in den einzelnen Ämtern aber mit viel Zuversicht stellte.

Die 22 Mitarbeiter der Kämmerei haben seit Jahresbeginn offiziell ihren Arbeitsplatz im Gebäude Markt 18 in Bad Liebenwerda (Alte Volksschule). Zunächst wurden hier die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen und Telefonanschlüsse, Computer sowie E-Mail-Accounts eingerichtet. „Da gab es im Verlauf ein paar kleinere Probleme, die erst behoben werden mussten“, berichtet Kämmerer Gerd Engelmann. So sei man am Monatsbeginn mehrere Tage telefonisch nicht erreichbar gewesen.

Etwas verzögern wird sich Gerd Engelmann zufolge aufgrund der Neuaufstellung der Kämmerei die Veranlagung von Steuern. Alte Steuerbescheide gelten weiterhin fort. Während in Bad Liebenwerda die zentrale Kasse eingerichtet ist, können dort, wo es üblich war, auch noch vor Ort in den Rathäusern kleinere Einzahlungen vorgenommen werden.

Ende Januar, so hofft man in der Kämmerei, werde man vollständig arbeitsfähig sein. „Die Zusammenführung der Finanzverwaltungen der vier Städte ist mit erheblichen Umstellungsprozessen verbunden“, betont Kämmerer Gerd Engelmann. „Wir bitten die Bürger um Verständnis, dass dies seine Zeit dauert.“

Gute Fortschritte beim Aufbau des neuen Amtes für Ordnung und Recht konstatiert auch dessen Leiterin Andrea Wagenmann. Das Amt mit insgesamt 25 Mitarbeitern, das seinen Hauptsitz in Falkenberg hat, steht vor der besonderen Herausforderung, auch nach der Bildung der Verbandsgemeinde Liebenwerda sehr dezentral zu arbeiten. Dies gilt insbesondere für die Bürgerbüros, die neben „Ordnung und Recht“ sowie „Brandschutz“ den dritten Sachbereich des Amtes bilden.

Bürgerbüros gibt es in den Rathäusern in Bad Liebenwerda (dort bleibt auch der Sitz des Standesamtes), Falkenberg/Elster, Mühlberg und Uebigau. Die Einwohner der Verbandsgemeinde können nunmehr jedes beliebige Bürgerbüro aufsuchen um ihre Melde-, Pass- und Ausweisangelegenheiten zu regeln, egal aus welcher der vier Städte sie kommen. Ermöglicht wird dies durch die in der 3. Kalenderwoche erfolgte Zusammenlegung der Melderegister. Doch nicht nur Melde-, auch andere Verwaltungsangelegenheiten lassen sich in den Bürgerbüros erledigen. „Wer beispielsweise einen Hund anmelden will oder eine Genehmigung für ein Feuerwerk oder Lagerfeuer haben möchte, kann dies auch in jedem Bürgerbüro beantragen“, so Andrea Wagenmann. Von dort werden die Anträge umgehend an das jeweils zuständige Fachamt zur Bearbeitung weitergeleitet. Darüber hinaus wird künftig in allen Bürgerbüros angeboten, was es in Falkenberg schon länger gibt und dort gut angenommen wird: Unterstützung bei der Antragstellung auf Änderung oder Erteilung eines Grades der Behinderung. Notwendig ist es hierfür allerdings, einen Termin zu vereinbaren und die notwendigen Unterlagen mitzubringen. „Das Angebot ist ausschließlich zur Unterstützung bei der formalen Beantragung gedacht“, betont Andrea Wagenmann. „Eine Einschätzung über die Aussichten des Antrages nehmen unsere Mitarbeiter nicht vor.“

Die Öffnungszeiten der Bürgerbüros werden in den kommenden Wochen noch angepasst. Längerfristig ist auch in Wahrenbrück die Einrichtung eines Büros im entstehenden Graun-Zentrum vorgesehen.

Ebenfalls in Falkenberg – im Rathaus und im Standort in der Heinrich-Zille-Straße 9a – hat das Bauamt seinen Hauptsitz. Vorerst sind alle derzeit 20 Mitarbeiter jedoch noch an ihren alten Arbeitsplätzen tätig. Derzeit werden im Falkenberger Rathaus die Arbeitsräume renoviert und mit Möbeln ausgestattet, Mitte Februar dürften alle Bauamtsmitarbeiter an ihren neuen Arbeitsplätzen sein, wie Bauamtsleiterin Gundula Manigk sagt. Neben den beiden Standorten in Falkenberg werden drei Mitarbeiterinnen ihren Sitz in Uebigau haben. Die für die Wohnungsverwaltung in Mühlberg zuständige Mitarbeiterin wird vor Ort verbleiben.  Die Sanierungsberatung in Mühlberg wird nach Terminabsprache ebenfalls weiterhin vor Ort möglich sein. Anfragen zu allen Angelegenheiten des Bauamtes mit seinen Sachbereichen „Stadtplanung/Städtebauförderung /Fördermittel“, „Liegenschaften/Gebäudemanagement“ und dem für Tiefbau und Grünflächenmanagement zuständigem „Kommunalservice“ sind auch unkompliziert per E-Mail möglich. Alle E-Mail-Adressen haben vorerst weiterhin Gültigkeit.

Im  Rathaus Bad Liebenwerda ist seit Jahresbeginn das neue Hauptamt der Verbandsgemeinde ansässig.  Hier hat unter anderem das Personalamt seinen Sitz, das zu Beginn vor allem damit zu tun hatte, die Personaldatenbanken zusammenzuführen. Auch das Sachgebiet „Zentrale Dienste“ ist im Kurstadt-Rathaus untergebracht. Dezentral aufgestellt ist hingegen der Sachbereich „Kitas/Schulen“. Die Mitarbeiter, die in den vier Städten bisher Ansprechpartner für Kita-Angelegenheiten waren, bleiben dies auch weiterhin an ihren bisherigen Standorten. Ausnahme ist Uebigau-Wahrenbrück. Die bisher in Wahrenbrück ansässige zuständige Mitarbeiterin wird nach dem Leerzug des dortigen Standortes ins Rathaus Bad Liebenwerda umziehen. Um den Aufwand für die Bürger gering zu halten, prüfe man derzeit, ob die notwendigen Unterlagen für die Kita-Anmeldung in den Kindertagesstätten hinterlegt werden können, sagt Hauptamtsleiterin Corina Brandt.

Die technische Umstellung und Einrichtung der Arbeitsplätze bestimmte in den ersten Wochen die tägliche Arbeit im Hauptamt. „Das ist schon eine Herausforderung“, so Corina Brandt.

Mit aktuell vier Mitarbeitern ist die Koordinierungsstelle Strukturentwicklung ebenfalls in Bad Liebenwerda untergebracht. Zuständig ist die Stelle für Strukturplanungen im Gebiet der Verbandsgemeinde und für die Koordinierung der Kooperation zwischen den vier weiterhin selbständigen Städten. Während der Übergangsphase übernehme die Stelle auch für die Ortsgemeinde Bad Liebenwerda Aufgaben des Bauamtes, erklärt Susann Kirst, die die Koordinierungsstelle leitet. Darüber hinaus wird die Städtebauförderung für Bad Liebenwerda auch künftig vollständig von der Koordinierungsstelle betreut. Schwerpunkt der Arbeit ist hier aktuell zudem die Umstellung einschließlich Datenübernahme und Vorbereitung der Schulung aller Mitarbeiter im gemeinsamen Geodateninformationsssystem (GIS). In der neuen gemeinsamen Verwaltung kommt für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde das bisher in Bad Liebenwerda genutzte System „Gaja.Matrix“ zur Anwendung.

 

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