Aktuelle Situation der Pflege im Landkreis erörtert

18.10.2018

Netzwerktreffen Pflege des Landkreises versammelte über 60 Fachleute im Drandorfhof Schlieben, um für künftige Herausforderungen zu sensibilisieren

 

Das alljährliche Netzwerktreffen Pflege des Landkreises gehört inzwischen zur guten Tradition. Die sechste Veranstaltung fand gerade erst am 15. Oktober im Drandorfhof in Schlieben statt. Daran teilgenommen hatten über 60 Vertreter von Pflegedienstleistern, Seniorenbeiräten, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen sowie darüber hinaus Landtagsabgeordnete und Mitglieder des Netzwerkes Pflege Elbe-Elster. Diesmal ging es intensiv um die Pflegesituation bei uns: „Pflege im Landkreis Elbe-Elster - wo stehen wir, wo wollen wir hin?“ „Wir möchten einerseits für die künftigen Herausforderungen sensibilisieren. Andererseits wollen wir gemeinsam nach Lösungen und Wegen suchen, um Aufgaben, Probleme und Wünsche angemessen berücksichtigen zu können“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst aufgrund der demographischen Entwicklung rapide. Im Jahr 2020 werden das bei uns im Landkreis über 5.400 Menschen sein, zwanzig Jahre später geht man sogar schon von rund 7.000 Personen aus, die auf Pflege angewiesen sind. Dabei geht es um zunehmende Alterung und eine Zunahme der Hochbetagten. Auf der einen Seite nimmt das familiär zur Verfügung stehende Pflegepotenzial ab. Auf der anderen Seite ist ein nicht adäquat wachsendes pflegerisches Fachpersonal zu registrieren.

Der Landkreis hat die Herausforderungen rund um das Thema Pflege angenommen und setzt sich deshalb immer stärker mit dieser Problematik auseinander. Denn es geht es um die zukunftsfähige Sicherstellung der Pflegesituation in Elbe-Elster. „Ein Ergebnis daraus sind umfassende Beratungsangebote, die bei uns im Landkreis inzwischen etabliert wurden. Ein anderes wichtiges Feld sind funktionierende Netzwerkstrukturen. Diese sollen künftig noch weiter ausgebaut werden und so den ganzen Landkreis flächendeckend umfassen. Denn nur so können Problemfelder rechtzeitig erkannt und entsprechend angegangen werden“, betonte der Landrat.

In den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen von Landtagsabgeordneten, von Vertretern des Fachministeriums in Potsdam, des Landkreises, der BTU Cottbus/Senftenberg, der AOK Nordost, der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg Süd und von der ProCivitate Pflege und Betreuung gGmbH ging es u.a. um Informationen über die Entwicklung der Pflegesituation im ambulanten und stationären Bereich im Landkreis. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg zum Beispiel untersucht derzeit im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der Verbände der Pflegekassen im Land Brandenburg und des Landkreises Elbe-Elster mit ihrem Fachbereich Pflegewissenschaft und klinische Pflege mit Unterstützung der Städte Falkenberg, Schlieben und Schönewalde sowie demnächst Herzberg per Bevölkerungsbefragung, wie altersfreundlich deren Gemeinden sind. Mit Hilfe der Daten soll dann an Strategien zur nachhaltigen Entwicklung von altersfreundlichen, ländlichen Gemeinden gearbeitet werden. Dabei geht es darum, Versorgungslücken zu schließen, „Altwerden“ zu ermöglichen, Bedürfnisse und Wünsche älterer Menschen zu erfüllen, die aktive Teilnahme an der Gemeinschaft zu stärken, Isolation und Einsamkeit entgegen zu wirken sowie die Attraktivität der Gemeinde zu erhöhen, auch für andere Generationen.

Das Netzwerktreffen bietet seit 2012 eine Plattform an zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch. Die Zusammenkünfte sollen Informationen vermitteln, Akteuren die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, Vernetzung befördern und Kooperationen anbahnen helfen.

 

Fotos Pressestelle Kreisverwaltung/ Torsten Hoffgaard:

 

  1. Über 60 Vertreter von Pflegedienstleistern, Seniorenbeiräten, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen sowie darüber hinaus Landtagsabgeordnete und Mitglieder des Netzwerkes Pflege Elbe-Elster waren zum Netzwerktreffen Pflege des Landkreises nach Schlieben gekommen.
  2. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski verwies in seiner Ansprache auf umfassende Beratungsangebote im Landkreis zum Thema Pflege. Gut funktionierende Netzwerkstrukturen sollen künftig noch weiter ausgebaut werden.
  3. Prof. Dr. Juliane Eichhorn von der BTU Cottbus/Senftenberg stellte eine aktuelle Untersuchung in Städten des Landkreises zum Thema „Wie altersfreundlich ist Ihre Gemeinde?“ vor.

 

 

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